Biomedizinische Forschung

Forschung

Die molekularen Lebenswissenschaften erlauben uns immer tiefere Einblicke in die Lebensvorgänge. Spätestens seit der spektakulären Entschlüsselung der Struktur des menschlichen Genoms im Juni 2000 ist uns die ungeheure Dynamik des Erkenntnisgewinns bewusst. In der biomedizinischen Forschung erschließt sich eine Vielfalt von Anwendungsmöglichkeiten.


Kernfelder der molekularen Lebenswissenschaften wie Humangenomforschung, Proteomforschung, Systembiologie und Bioinformatik vermitteln ein vertiefendes Verständnis von den komplexen und dynamischen Vorgängen des Lebens bis auf die molekulare Ebene und stellen neue Methoden zur Verfügung, die gezielte Analysen und die Darstellung von biologischen Prozessen ermöglichen. Damit erschließt sich eine Vielfalt von Anwendungsmöglichkeiten in der biomedizinischen Forschung. Das Wissen über die molekularen Vorgänge in der Zelle, im Organismus, im Körper bietet die Voraussetzungen für die Erforschung menschlicher Erkrankungen und die Entwicklung darauf basierender therapeutischer und präventiver Interventionen.

Als begleitende Maßnahme im Bereich der Genom- und medizinischen Forschung fördert die Bundesregierung gezielt die Vorsorgeforschung, die die Risiken der Gentechnologie erfasst und den langfristigen Ersatz und die Reduktion von Tierversuchen fördert.

Deutschland verfolgt die strategische Entwicklung der biomedizinischen Forschung verstärkt seit 1998, insbesondere durch Maßnahmen im Rahmenprogramm „Biotechnologie – Chancen nutzen und gestalten“ und im Programm der Bundesregierung „Gesundheitsforschung: Forschung für den Menschen“. Der schnelle Wissenszuwachs in den molekularen Lebenswissenschaften macht zudem sehr deutlich, dass eine naturwissenschaftliche Disziplin alleine sehr schnell an ihre Grenzen zum Gesamtverständnis des Lebens führt. An diesem Punkt zeichnen sich neue Handlungsfelder ab, die durch eine integrative, fachübergreifende Forschungsförderung angegangen werden müssen, um den Einblick in die Lebensvorgänge vertiefen zu können.

Sozial-ökologische Forschung

Forschung

Wie lassen sich Verbraucher dafür gewinnen, Äpfel aus der Region zu kaufen? Warum hat ein amerikanischer Zuchtbulle Millionen von Nachkommen in Deutschland? Schwächt der Rückzug des Staates aus der Versorgung mit Wasser, Strom oder Gas den Umweltschutz oder eröffnet er erst ganz neue Spielräume für nachhaltiges Handeln? Können Umweltverbände oder nationale Regierungen den internationalen Klimaschutz voranbringen, oder brauchen wir dazu eine Weltregierung? Um solche und andere spannende Fragen geht es in der sozial-ökologischen Forschung.


Die Beantwortung solcher Fragen fördert das BMBF seit 1999 im Bereich „sozial-ökologische Forschung“. Die Forschungsrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass das Wissen fachübergreifend zusammengeführt wird, um zur Lösung eines konkreten gesellschaftlichen Nachhaltigkeitsproblems beizutragen: Ernährung und Agrobiodiversität, Liberalisierung der Ver- und Entsorgungssysteme (Telekommunikation, Wasser, Energie) und Emissionshandel.

In aller Regel erfordert dies ein Zusammenwirken von Forschenden der Natur- und Gesellschaftswissenschaften. Dass wichtige gesellschaftliche Akteure – Verbraucher, Kommunen, Unternehmen und NGO – bereits bei der Problem- und Zielbeschreibung einbezogen werden, liegt auf der Hand. Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung, also der ökologische Umbau der Gesellschaft, ohne aber das Verlangen nach sozialer Gerechtigkeit und Wirtschaftswachstum zu ignorieren. Eine hochkomplexe Aufgabe, die auf der Forschungsagenda an zunehmend hervorgehobener Stelle steht.

Bundesministerin Bulmahn: „Aufwendungen f??r Bildung und Lebenslanges Lernen sind Investitionen, keine Kosten.“

10.10.2003 [Pressemitteilung 184/03]

OECD-Bildungsdirektor McGaw: „Es ist so, als ob man in ein Haus investiert; aber es ist noch besser, denn man kann es mitnehmen“

Die Mitgliedsl??nder der OECD (Organisation f??r Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) wollen die Bedingungen f??r ein Lebenslanges Lernen weiter verbessern. Dies vereinbarten die Vertreter von 26 L??ndern zum Abschluss der dreit??gigen OECD-Konferenz „Policies to strengthen incentives and mechanisms for co-financing lifelong learning“ am Freitag auf dem Petersberg bei Bonn.

Der OECD-Direktor f??r Bildung, Barry McGaw bezeichnete die F??rderung des Lebenslangen Lernens als gesamtgesellschaftlich notwendige Aufgabe. „Die Qualit??t der Angebote muss weiter verbessert und die Finanzierung nachhaltig gesichert werden. Der finanzielle Druck ist  f??r niedrig Qualifizierte besonders gro??. Lebenslanges Lernen ist eine andere Form der Verm??gensbildung. Aber unsere Gesellschaften haben Vorurteile gegen??ber Verm??gensbildung von Benachteiligten.“ Internationale OECD Vergleiche geben hierzu wichtige Anregungen und sind eine gute Grundlage um sich ??ber Erfolg und Misserfolg unterschiedlicher politischer Ver??nderungen auszutauschen. So k??nnen Vorurteile ??berwunden werden.

Die Gastgeberin der Konferenz, Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn, will die Rechte der Nachfrager von Weiterbildungsangeboten weiter st??rken: „Die Menschen m??ssen leichter Zugang zur Bildung finden und das Lebenslange Lernen mit Freude betreiben.“
Die Punkte wurden als Eckpunkte von der Konferenz beschlossen. Eine Verst??ndigung wurde auch beim Thema der Finanzierung von Weiterbildung erzielt. Sie solle unter anderem durch Instrumente wie Lernzeitkonten oder Bildungsgutscheine gew??hrleistet werden. Der Erfolg h??nge aber stark von den Rahmenbedingungen und Strukturen des Bildungssystems ab, sagte McGaw. McGaw lobte das deutsche Engagement im Bereich Lebenslanges Lernen. „Deutschland hat mit seinen Impulsen und seinem Engagement einen ma??geblichen Anteil an der positiven Entwicklung des Projekts und der weiteren Arbeit der OECD auf dem Gebiet des Lebenslangen Lernens.“

Bulmahn wies darauf hin, dass die Weiterbildung dem Einzelnen neue Chancen er??ffne und den Arbeitsmarkt wirksam entlaste. „Ziel unserer Politik ist die Chancengerechtigkeit durch einen besseren Zugang zum Lebenslangen Lernen f??r alle.“ Die Ministerin verwies dabei insbesondere auf das Projekt des Bundesministeriums f??r Bildung und Forschung (BMBF) Lernende Regionen mit dem sie in Deutschland mit 118 Millionen Euro bis 2007 bisher 74 Lernende Regionen f??rdert. Davon ??bernimmt  der Europ??ische Sozialfonds fast 50 Millionen Euro. Mit dem Programm werden regionale Netzwerke gef??rdert, die ein ma??geschneidertes Beratungs,- Lern- und Weiterbildungsangebot vor Ort bieten und damit zur Innovationsst??rkung der Unternehmen und zur regionalen Entwicklung beitragen.

F??r die Weiterbildung m??sse gleichzeitig ein hohes Niveau der Angebote gesichert werden, unterstrich Bulmahn. Daf??r bereite der Bund gemeinsam mit den L??ndern eine einheitliche Zertifizierung vor und habe mit dem Info-Web-Weiterbildung, eine Metasuchmaschine mit Zugang zu 30.000 Weiterbildungsanbietern in Deutschland, Transparenz auf dem Markt geschaffen. Die Stiftung Warentest untersuche auf ihre Initiative hin verschiedene Angebote des Weiterbildungsmarktes. „Nur wenn jeder f??r sich das passende Angebot findet und der Nutzen garantiert werden kann, wird sich das Lebenslange Lernen bei allen durchsetzen“, sagte Bulmahn.

Die Schlussfolgerungen zur OECD-Tagung finden Sie [hier].

Den Bericht zur Finanzierung des Lebenslangen Lernens finden Sie [hier].

 

 

 

Weitere Informationen zum Download.

BioRegio / BioProfile

Innovation

Die Wettbewerbe BioRegio und BioProfile richten sich an Regionen, die spezielle Profile in besonders zukunftsfähigen Anwendungsfeldern der modernen Biotechnologie aufweisen. Diese Stärken gilt es zu erkennen und gezielt auszubauen. Als Ergebnis der Wettbewerbe BioRegio und BioProfile existieren heute 25 BioRegionen in Deutschland mit rund 600 jungen Unternehmen. Damit liegt Deutschland europaweit an der Spitze.


Mit der BioRegio-Initiative wurde die Tür für die erfolgreiche Nutzung der Biotechnologie in Deutschland weit aufgestoßen und ein dynamischer Innovationsprozess in Gang gesetzt. Die Intention des Wettbewerbs, biotechnologische Forschung mit der wirtschaftlichen Umsetzung zu verknüpfen, wurde erfolgreich realisiert.

An zahlreichen Standorten entstanden junge Biotechnologieunternehmen, in denen Forscher und Forscherinnen ihr Wissen in marktfähige Produkte umsetzen. Parallel dazu entwickelten sich tragfähige Strukturen, die den Technologietransfer gezielt unterstützen. Mit dem Wettbewerb BioProfile wird an die Erfahrungen und Ergebnisse der BioRegio-Initiative angeknüpft. BioProfile richtet sich jedoch insbesondere an diejenigen Regionen, die spezielle Stärken in besonders zukunftsfähigen Anwendungsfeldern der modernen Biotechnologie aufweisen. Diese Stärken gilt es zu identifizieren und gezielt auszubauen.

Als Ergebnis der Wettbewerbe wie BioRegio und BioProfile existieren heute 25 BioRegionen in Deutschland mit rund 600 jungen Unternehmen, davon allein 360 im biomedizinischen Bereich. Damit liegt Deutschland europaweit an der Spitze. In zahlreichen Bioregionen konnt zusätzlich zu den öffentlichen Mitteln in einem hohe Maße privates Kapital zum Aufbau von Biotech-Unternehmen mobilisiert werden. In einigen Regionen, wie in den Modellregionen Heidelberg und München, beträgt dieser Mobilisierungseffekt über Tausend Prozent.

 

Haushalt

Ministerium

Bildung und Forschung haben für die Bundesregierung Priorität. Für das Haushaltsjahr 2005 sind dafür insgesamt 9,985 Mrd. € vorgesehen, davon 8,54 Mrd. im Etat des BMBF, der damit auf Rekordhöhe anwächst. Die Mittel werden benötigt für Investitionen in Spitzenförderung an Hochschulen und Zuwächse für die großen Forschungsorganisationen. Schwerpunkte der Projektförderung liegen in Bereichen, in denen Arbeitsplätze geschaffen werden, besonders in der Nano- und Informationstechnik. Wichtiger Schwerpunkt ist auch die biomedizinische Forschung. Das Ganztagsschulprogramm wird wie geplant fortgeführt, das Ausbildungsplatzsonderprogramm aufgestockt.


Der Haushalt 2005

Der Haushalt 2005 sieht für Bildung und Forschung insgesamt 9,985 Mrd. € vor. Davon entfallen 8,54 Mrd. €. auf den Etat des BMBF. Zusätzlich sind für den Aus- und Aufbau von Ganztagsschulen wie im Vorjahr eine Mrd. € eingeplant. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau werden weiteren 445 Mio. € für Bafög-Darlehen bereitgestellt.

Trotz des notwendigen Sparkurses wurde der Etat für Bildung und Forschung in den Haushaltsverhandlungen zuletzt noch um 76,5 Mio. € erhöht. Damit ist der Etat des BMBF auf Rekordhöhe. Nutznießer dieser Erhöhung sind vor allem Schülerinnen und Schüler und Studierende, denn die Erhöhung kommt fast ausschließlich dem BAföG zu Gute.

Die Haushaltsplanung sieht für 2005 vor, die Mittel für außeruniversitäre Forschungsorganisationen im Pakt für Forschung jährlich um 3% zu steigern, um den Forschungseinrichtungen Planungssicherheit zu gewähren. Dies wurde mit den Ländern am 15. November 2004 vereinbart.

Der mit den Ländern ebenfalls geplante Wettbewerb um Spitzenhochschulen und Exzellenznetzwerke soll in den Folgejahren durch Bund und Länder mit insgesamt 1,9 Mrd. € finanziert werden. Von diesen Gesamtkosten will der Bund 75% übernehmen. Gleichzeitig soll der Hochschulbau auf dem gegenwärtigen Niveau gehalten werden.

In der Projektförderung werden Schwerpunkte in der Biomedizinischen Forschung und anderen Zukunftstechnologien, wie der Nanotechnologie und den Informations- und Kommunikationstechnologien gesetzt, um die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu unterstützten. Für den Bereich Neue Technologien und Lebenswissenschaften sind im Haushaltsplan 2005 über 800 Mio. € vorgesehen.

Die Mittel verteilen sich der Planung zufolge wie folgt auf die einzelnen Bereiche:

Verteilung der Mittel im EPL 30 nach Aufgaben im Jahr 2005

 

Der Haushalt 2004

Für das laufende Jahr stand dem BMBF ein bereinigtes Soll von 8,168 Mrd € im Einzelplan 30 sowie zusätzlich eine Mrd. € für das Programm „Zukunft Bildung und Betreuung“ zur Unterstützung von Ganztagsschulangeboten zur Verfügung. Dazu kommen noch 445 Mio. € BAföG-Darlehensanteil über die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Damit ist das BMBF die wichtigste Einrichtung zur Förderung von Bildung und Forschung in Deutschland.

Die Entwicklung seit 1998

Der Gesamtetat für Bildung und Forschung ist seit 1998 deutlich gewachsen. Mit insgesamt 9,985 Mrd. € stehen 2005 rund 37,5% mehr für Bildung und Forschung zur Verfügung als 1998. In den einzelnen Bereichen ergibt sich damit für den gesamten Zeitraum folgende Entwicklung für den Etat des BMBF und den gesonderten Bereichen BAföG-Darlehen und Ganztagsschulprogramm:

Entwicklung der Mittel für Bildung und Forschung bis 2005

Im Rahmen der Bildungsplanung und Forschungsförderung finanziert das BMBF allein bzw. gemeinsam mit den Ländern zahlreiche Einrichtungen und Vorhaben in Bildung und Forschung.

Nach den letzten verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2000 wandten Bund und Länder gemeinsam rund 15,9 Mrd. € für Forschung und Entwicklung (FuE) auf. Der Staat finanzierte damit insgesamt 32% aller FuE-Aufwendungen in Deutschland. 4,7 Mrd. € davon entfallen zum weitaus größten Teil auf die institutionelle Förderung folgender Forschungsorganisationen:

  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG),
  • die Zentren der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft (HGF),
  • die Max-Planck-Gesellschaft (MPG),
  • die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) und
  • die Einrichtungen der Blauen Liste und die Akademien.

Das BMBF allein finanziert über zwei Drittel dieser Summe, wobei die Finanzierungsanteile von Bund und Ländern je nach Einrichtung unterschiedlich sind. Der Finanzierungsanteil der Länder wird je nach Einrichtungsart nur auf die beteiligten Länder oder nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel (Königsteiner Schlüssel) auf alle Länder verteilt.

EU-Forschungsrahmenprogramm

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Das EU-Forschungsrahmenprogramm (FRP) ist das weltweit größte Förderprogramm für Forschungsprojekte. Das BMBF unterstützt die nationalen Bemühungen um exzellente Forschungsarbeiten auf europäischer Ebene. Deutschen Antragstellenden steht ein vielfältiges Beratungsangebot zur Verfügung, zu dem z. B. die Nationalen Kontaktstellen der Bundesregierung zum Forschungsrahmenprogramm (NKS) gehören.


EU-Forschungsrahmenprogramme

Basierend auf dem „Vertrag von Amsterdam“ werden alle Maßnahmen auf dem Gebiet der Forschungsförderung und technologischen Entwicklung unter dem Dach eines so genannten „Gemeinschaftlichen Rahmenprogramms Forschung“ zusammengefasst.

Primäres Ziel dieses Forschungsrahmenprogramms der EU, welches in der Regel eine Laufzeit von vier Kalenderjahren hat, ist es, die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der in der Gemeinschaft angesiedelten Industrie zu stärken und die Entwicklung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu fördern sowie alle Forschungsmaßnahmen zu unterstützen, die aufgrund anderer Politikrichtungen der Gemeinschaft für erforderlich gehalten werden.

Neben dem Forschungsrahmenprogramm, das zentral von Brüssel aus verwaltet wird und Ausschreibungen zu den oben vorgegebenen Themen beinhaltet (Top-down-Prinzip), wird europäische Forschungszusammenarbeit auch noch innerhalb zweier weiterer Programme (COST und EUREKA) vorangetrieben.

Das 7. Europäische Forschungsrahmenprogramm (Start: 2006)

Am 16. Juni 2004 hat die Europäische Kommission die Mitteilung „Wissenschaft und Technologie: Schlüssel zur Zukunft Europas – Leitlinien für die Forschungsförderung der Europäischen Union“ veröffentlicht, in der sie ihre ersten Vorstellungen zum 7. Europäischen Forschungsrahmenprogramm darlegt.

In ihrer Mitteilung hat die Kommission sechs große Ziele definiert:

  1. Schaffung von europäischen Exzellenzpolen
  2. Start europäischer Technologieinitiativen
  3. Erzeugung größerer Kreativität in der Grundlagenforschung durch Wettbewerb zwischen Teams auf europäischer Ebene
  4. Europa für die besten Wissenschaftler attraktiver machen
  5. Ausbau der Forschungsinfrastrukturen von europäischem Interesse
  6. Stärkere Koordinierung einzelstaatlicher Forschungsprogramme

Die weitere Planung sieht vor, dass ein erster offizieller Vorschlag der Europäischen Kommission zum nächsten Forschungsrahmenprogramm im Frühjahr 2005 vorgelegt wird. Das 7. RP soll in der zweiten Jahreshälfte 2006 offiziell starten.

Das 6. Europäische Forschungsrahmenprogramm (2002 – 2006)

Das 6. Rahmenprogramm ist Ende 2002 verabschiedet worden und hat für seine vierjährige Laufzeit ein Budget von insgesamt rund 20 Mrd. € (inklusive des Euratom-Rahmenprogramms) zur Verfügung.

Vordringliches Ziel des 6. Rahmenprogramms ist die Implementierung des Europäischen Forschungsraums. Hier ist vor allem die Bündelung der europäischen Forschungsanstrengungen und -kapazitäten vor dem Hintergrund diverser Fragestellungen wie der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, der Bewältigung staatenübergreifender Krisen und Probleme (beispielsweise BSE-Krise) und die Verwirklichung der nachhaltigen Entwicklung als wichtiges politisches Ziel der EU zu nennen.

Folgende Grundprinzipien kennzeichnen das aktuelle Rahmenprogramm:

Konzentration auf eine begrenzte Zahl vorrangiger Forschungsbereiche mit europäischem Mehrwert,

  • strukturierende Wirkung auf oftmals heterogene Forschungskonzepte und Forschungsprojekte im Europäischen Forschungsraum und 
  • Versuch der Vereinfachung und Straffung der Durchführungsbestimmungen durch neu festzulegende Förderformen und dezentralisierte Verwaltungsverfahren.

Der Aufbau des Rahmenprogramms basiert auf drei Säulen:

1. Bündelung der Forschung mit den vorrangigen Themenbereichen der Forschung,

2. Ausgestaltung des Europäischen Forschungsraums mit so genannten horizontalen Maßnahmen, zum Beispiel in den Bereichen der Mobilität und Infrastruktur und 

3. Stärkung der Grundpfeiler des Europäischen Forschungsraums durch Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen.

Europäischer Forschungsraum

Forschung

Spitzenforschung hat in Europa lange Tradition. Europäische Forscherteams stehen in vielen Bereichen von Wissenschaft und Technik an der Spitze. Da die Spitzenforschungszentren aber über den Kontinent verstreut und nicht in geeigneter Weise miteinander vernetzt sind, können sich ihre Leistungen oft nicht voll entfalten. Auch wenn bereits in der Vergangenheit auf europäischer und auf EU-Ebene gemeinsame Aktionen eingeleitet wurden, ist es jetzt an der Zeit, durch eine zukunftsgerichtete Forschungs- und Innovationspolitik ein Äquivalent zum gemeinsamen Markt für Waren und Dienstleistungen aufzubauen – den Europäischen Forschungsraum.


Der Europäische Forschungsraum (EFR)

Am 18. Januar 2000 legte der EU-Kommissar für Forschung, Philippe Busquin, die Mitteilung „Hin zu einem europäischen Forschungsraum“ vor. Dadurch wurde eine breite Diskussion mit dem Ziel der langfristigen Schaffung eines „Raums ohne Grenzen“ für die europäische Forschung angestoßen. Herzstück der politischen Initiative ist eine bessere Nutzung der wissenschaftlichen Ressourcen zur Sicherung von Arbeitsplätzen in Europa, die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, eine bessere Abstimmung der Forschungsaktivitäten auf nationaler und europäischer Ebene, der Ausbau der Humanressourcen sowie die Steigerung der Attraktivität der europäischen Forschungslandschaft für die weltweit besten Forscherinnen und Forscher. Wichtigstes Instrument zur Umsetzung des Europäischen Forschungsraums ist das EU-Forschungsrahmenprogramm.

Ein weiteres Ziel ist die Anhebung der Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Innovation auf 3% des EU-Bruttoinlandsproduktes bis zum Jahr 2010. Die Bundesregierung hat sich dieses Ziel ebenfalls zu Eigen gemacht. 

Die Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten erfolgt im Rahmen der „offenen Methode der Koordinierung“ (open method of coordination), die durch die Schlussforderungen der Europäischen Räte von Lissabon im März 2000 und von Göteborg im Juni 2001 formell als neues ergänzendes EU-Politikinstrument eingeführt wurde. Im Vordergrund der offenen Methode der Koordinierung steht die freiwillige Zusammenarbeit der einzelnen Mitgliedsstaaten und der Erfahrungsaustausch anhand modellhafter und bewährter Beispiele aus der Praxis (best practice).

Im Rahmen der EU, bei europäischen Organisationen und Forschungseinrichtungen sowie bei multilateralen Organisationen wirkt die Bundesrepublik Deutschland maßgeblich an der Gestaltung und Durchführung der europäischen und internationalen Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiepolitik mit.

Weiterführende Informationen:

EU-Forschungsrahmenprogramm 

  • EUREKA / COST 
  • Europäische Organisationen
  • Bilaterale Zusammenarbeit.
  • Genomforschung

    Innovation

    So unscheinbar sie sind: Mikroorganismen spielen im täglichen Leben eine zentrale Rolle. Sie sind überall und werden vom Menschen als Helfer bei der Herstellung von Lebensmitteln eingesetzt. Mit dem Forschungsprogramm „Genomforschung an Mikroorganismen“ fördert das BMBF die Erschließung der Vielfalt der Mikroorganismen und ihrer Eigenschaften zum Nutzen der Menschen. Die Genomforschung an Pflanzen hat sich zu einem international hoch kompetitiven Forschungsgebiet entwickelt, mit dem sich rascher wissenschaftlicher Fortschritt und bedeutende wirtschaftliche Interessen verbinden. Dort setzte die Initiative GABI des BMBF an.


    Die Genomforschung ist das entscheidende und grundlegende Wissenschaftsfeld für den Erkenntnisfortschritt in den Lebenswissenschaften. Gleichzeitig ist sie Voraussetzung für die Innovationsfähigkeit der Medizin, der Pharma- und Biotech-Industrie, der Agrarwirtschaft, des Nahrungsmittelsektors und des Umweltschutzes.

    Genomanalyse im biologischen System Pflanze (GABI)

    Die Genomforschung an Pflanzen hat sich, angetrieben vom rasant steigenden Erkenntnisgewinn und die Technologieentwicklung an Modell- und Kulturpflanzen, zu einem international hoch kompetitiven Forschungsgebiet entwickelt, mit dem sich rascher wissenschaftlicher Fortschritt und bedeutende wirtschaftliche Interessen verbinden.

    Die Pflanzengenomforschung verknüpft beispielgebend wissenschaftlichen Erkenntniszuwachs mit angewandter Forschung. Die Initiative GABI (Genomanalyse im biologischen System Pflanze) des BMBF setzt genau an dieser Stelle an. Mit dem Verbundvorhaben werden die deutsche Pflanzengenomforschung gestärkt, Kompetenznetze international etabliert und der Technologietransfer zwischen Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen forciert.

    Im Mittelpunkt stehen Forschungsvorhaben, die der Struktur- und Funktionsaufklärung der Genome von Arabidopsis thaliana und Gerste (als Modellpflanzen) und der Struktur- und Funktionsaufklärung ausgewählter Genomabschnitte bedeutsamer Nutzpflanzen dienen, weiterhin die Nutzung genomischer Informationen für Ziele der angewandten Forschung und die Charakterisierung des Wirkungsnetzwerkes funktionell wichtiger Pflanzengene.

    Das Programm GABI wurde 1999 gestartet und hat eine Laufzeit von acht Jahren mit einem jährlichen Fördervolumen von etwa 10 Mio. €.

    Genomforschung an Mikroorganismen (GenoMik)

    So unscheinbar sie sind: Mikroorganismen spielen im täglichen Leben eine zentrale Rolle. Sie sind überall und werden vom Menschen seit Jahrzehnten als Helfer bei der Herstellung von Lebensmitteln eingesetzt.

    Mit dem Forschungsprogramm Genomforschung an Mikroorganismen (GenoMik) fördert das BMBF die Erschließung der Vielfalt der Mikroorganismen und ihrer Eigenschaften zum Nutzen der Menschen. Ziel von GenoMik ist es, über die Aufklärung der Erbsubstanz (Genom) dieser Organismen neue Therapiemöglichkeiten für Infektionskrankheiten (beispielsweise durch die Produktion von Arzneimitteln wie Antibiotika) zu entwickeln oder spezifische Eigenschaften der Mikroorganismen zu entdecken, die sich für technische Prozesse und Produkte im Umweltschutz – etwa beim Aufspüren von Verschmutzungen und bei der Sanierung belasteter Böden und Abwässer – und in der modernen Lebensmittelherstellung verwenden lassen.

    Von 2001 bis 2004 fördert das BMBF mit rund 25 Mio. € drei Kompetenznetze, die sich auf die Genomforschung an Mikroorganismen für die menschliche Gesundheit, die Genomforschung an Mikroorganismen zur Analyse und Nutzung der Biodiversität und die Genomforschung an Mikroorganismen für den Umweltschutz, die Landwirtschaft und die Biotechnologie konzentrieren.

    Biologischer Farbstoff bremst F??lscher

    22.08.2003 [Aktuell 150/03]

    BMBF f??rdert das Nanobiotechnologie-Projekt mit 2,87 Millionen Euro

    Dokumente nachzuahmen ist angesichts hochwertiger Scanner, Drucker und Farbkopierer kaum noch schwierig. Ein Forscher-Team um Norbert Hampp, Professor f??r Physikalische Chemie der Philipps-Universit??t Marburg, hat ein Verfahren entwickelt, das dem entgegenwirkt. Selbst dem findigsten Banknoten- und P??sse-F??lscher wird das Handwerk gelegt “ mit einer Idee, die von der Natur abgeguckt ist. Das Bundesministerium f??r Bildung und Forschung (BMBF) f??rdert dieses Verbund-Projekt mit 2,87 Millionen Euro.

    Der biologische Farbstoff Bakteriorhodopsin stellt in der Natur das Schl??sselenzym f??r die Photosynthese des Halobacteriums salinarum dar “ in der technischen Umsetzung kann es als optisches Sicherungselement genutzt werden. Bei Lichteinfall zeigt das Protein einen gut erkennbaren Farbwechsel von lila nach gelb (Photochromie), der bei Wegfall der Lichtquelle wieder in den Ausgangszustand zur??ckkehrt. Wird ein mit Bakteriorhodopsin beschichtetes Dokument durch Kopieren oder Scannen belichtet, ??ndert sich seine Farbe. Die Kopie unterscheidet sich also deutlich vom Original und kann schnell als F??lschung identifiziert werden.

    Eine Variante des Farbstoffs bietet dar??ber hinaus die M??glichkeit, Daten optisch zu speichern und zu verschl??sseln. Der lichtinduzierte Farbwechsel ist derart pr??zise steuerbar, dass ??ber einzelne Farb-Nuancen Informationen gesichert werden k??nnen. Dabei k??nnen Speicherkapazit??ten von mehreren Megabyte pro Quadratzentimeter erreicht werden; dies geht weit ??ber die Kapazit??t derzeitiger Magnetstreifen und Speicherchips hinaus. Das Bakteriorhodopsin l??sst sich zudem mit Hilfe biotechnologischer Methoden in gro??en Mengen preisg??nstig herstellen.

    Derzeit wird das im Rahmen des BMBF Verbund-Projekts entwickelte Verfahren in einem Gro??versuch an Ausweispapieren in der Praxis erprobt. Neben der Philipps-Universit??t Marburg sind auch die Firmen
    Agfa-Gevaert AG und die MIB GmbH (Munich Innovative Biomaterials) beteiligt.

    Weitere Informationen finden Sie [hier].