EU-Forschungsrahmenprogramm

Forschung

Das EU-Forschungsrahmenprogramm (FRP) ist das weltweit größte Förderprogramm für Forschungsprojekte. Das BMBF unterstützt die nationalen Bemühungen um exzellente Forschungsarbeiten auf europäischer Ebene. Deutschen Antragstellenden steht ein vielfältiges Beratungsangebot zur Verfügung, zu dem z. B. die Nationalen Kontaktstellen der Bundesregierung zum Forschungsrahmenprogramm (NKS) gehören.


EU-Forschungsrahmenprogramme

Basierend auf dem „Vertrag von Amsterdam“ werden alle Maßnahmen auf dem Gebiet der Forschungsförderung und technologischen Entwicklung unter dem Dach eines so genannten „Gemeinschaftlichen Rahmenprogramms Forschung“ zusammengefasst.

Primäres Ziel dieses Forschungsrahmenprogramms der EU, welches in der Regel eine Laufzeit von vier Kalenderjahren hat, ist es, die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der in der Gemeinschaft angesiedelten Industrie zu stärken und die Entwicklung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu fördern sowie alle Forschungsmaßnahmen zu unterstützen, die aufgrund anderer Politikrichtungen der Gemeinschaft für erforderlich gehalten werden.

Neben dem Forschungsrahmenprogramm, das zentral von Brüssel aus verwaltet wird und Ausschreibungen zu den oben vorgegebenen Themen beinhaltet (Top-down-Prinzip), wird europäische Forschungszusammenarbeit auch noch innerhalb zweier weiterer Programme (COST und EUREKA) vorangetrieben.

Das 7. Europäische Forschungsrahmenprogramm (Start: 2006)

Am 16. Juni 2004 hat die Europäische Kommission die Mitteilung „Wissenschaft und Technologie: Schlüssel zur Zukunft Europas – Leitlinien für die Forschungsförderung der Europäischen Union“ veröffentlicht, in der sie ihre ersten Vorstellungen zum 7. Europäischen Forschungsrahmenprogramm darlegt.

In ihrer Mitteilung hat die Kommission sechs große Ziele definiert:

  1. Schaffung von europäischen Exzellenzpolen
  2. Start europäischer Technologieinitiativen
  3. Erzeugung größerer Kreativität in der Grundlagenforschung durch Wettbewerb zwischen Teams auf europäischer Ebene
  4. Europa für die besten Wissenschaftler attraktiver machen
  5. Ausbau der Forschungsinfrastrukturen von europäischem Interesse
  6. Stärkere Koordinierung einzelstaatlicher Forschungsprogramme

Die weitere Planung sieht vor, dass ein erster offizieller Vorschlag der Europäischen Kommission zum nächsten Forschungsrahmenprogramm im Frühjahr 2005 vorgelegt wird. Das 7. RP soll in der zweiten Jahreshälfte 2006 offiziell starten.

Das 6. Europäische Forschungsrahmenprogramm (2002 – 2006)

Das 6. Rahmenprogramm ist Ende 2002 verabschiedet worden und hat für seine vierjährige Laufzeit ein Budget von insgesamt rund 20 Mrd. € (inklusive des Euratom-Rahmenprogramms) zur Verfügung.

Vordringliches Ziel des 6. Rahmenprogramms ist die Implementierung des Europäischen Forschungsraums. Hier ist vor allem die Bündelung der europäischen Forschungsanstrengungen und -kapazitäten vor dem Hintergrund diverser Fragestellungen wie der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, der Bewältigung staatenübergreifender Krisen und Probleme (beispielsweise BSE-Krise) und die Verwirklichung der nachhaltigen Entwicklung als wichtiges politisches Ziel der EU zu nennen.

Folgende Grundprinzipien kennzeichnen das aktuelle Rahmenprogramm:

Konzentration auf eine begrenzte Zahl vorrangiger Forschungsbereiche mit europäischem Mehrwert,

  • strukturierende Wirkung auf oftmals heterogene Forschungskonzepte und Forschungsprojekte im Europäischen Forschungsraum und 
  • Versuch der Vereinfachung und Straffung der Durchführungsbestimmungen durch neu festzulegende Förderformen und dezentralisierte Verwaltungsverfahren.

Der Aufbau des Rahmenprogramms basiert auf drei Säulen:

1. Bündelung der Forschung mit den vorrangigen Themenbereichen der Forschung,

2. Ausgestaltung des Europäischen Forschungsraums mit so genannten horizontalen Maßnahmen, zum Beispiel in den Bereichen der Mobilität und Infrastruktur und 

3. Stärkung der Grundpfeiler des Europäischen Forschungsraums durch Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen.