Juniorprofessur

Bildung

Mit Einrichtung der Juniorprofessur wurde ein neuer Karriereweg geschaffen, der es dem wissenschaftlichen Nachwuchs früher als bisher ermöglicht, unabhängig und selbständig zu forschen und zu lehren. Die Attraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandortes Deutschland wird so gestärkt. Die Einrichtung von Juniorprofessuren ist rechtlich klar geregelt. Die weitere Förderung der auf Grundlage der Vorgriffsförderung bislang berufenen Juniorprofessoren ist gewährleistet, sofern eine Auszahlung der Mittel aus besonderen Gründen in 2004 nicht erfolgen konnte.


Die Juniorprofessur wurde mit dem 5. Gesetz zur Änderung des Hochschulrahmengesetzes (5. HRGÄndG) im Jahr 2002 eingeführt. Ziel war und ist, jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern bereits im Alter von Anfang 30 eigenständiges Forschen und Lehren zu ermöglichen. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag, Deutschland und die deutsche Wissenschaft im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe noch attraktiver zu machen.

Nach dem Urteil des BVerfG vom 27.07.2004, das u. a. die rahmenrechtliche Regelung der Juniorprofessur für verfassungswidrig und nichtig erklärt hat, war es erforderlich, die Juniorprofessur auf eine neue gesetzliche Grundlage zu stellen. Am 31.12.2004 ist das Gesetz zur Änderung dienst- und arbeitsrechtlicher Vorschriften im Hochschulbereich in Kraft getreten. Es ist eine stabile Rechtsgrundlage für den Fortbestand des Erfolgsmodells der Juniorprofessur und beseitigt die entstandene Rechtsunsicherheit im Bereich der Befristungsmöglichkeiten in der Qualifikationsphase des wissenschaftlichen Personals.

Es gibt inzwischen über 620 Juniorprofessorinnen und -professoren, die sich im deutschen Hochschulalltag bereits erfolgreich etabliert haben. Die Bundesregierung hat damit eine deutliche Veränderung in der Hochschullandschaft eingeleitet, die die wissenschaftliche Laufbahn für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler attraktiver macht und zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland maßgeblich beiträgt.

Die Förderung

Bei der Einrichtung von Juniorprofessuren unterstützte die Bundesregierung die Länder bzw. die Universitäten durch eine Förderung der für Forschungszwecke erforderlichen Sachausstattung der neuen Stellen, wie z.  B. die Anschaffung von Laborgeräten. Pro neuer Juniorprofessur standen bis zu 60.000 € bereit. Dieses Vorgriffförderprogramm zur Ausstattung von Juniorprofessuren ist zum 31.12.2004 ausgelaufen.

Die weitere Förderung der von 2001 bis Ende 2004 auf dieser Grundlage berufenen Juniorprofessuren ist gewährleistet, sofern eine Auszahlung der Mittel aus besonderen Gründen in 2004 nicht erfolgen konnte (z. B. Berufung erst Ende 2004 oder Lieferung bestellter Geräte erst in 2005 möglich).

Allerdings können derzeit keine neuen Juniorprofessoren in das Programm aufgenommen werden.

Das BMBF will das Juniorprofessurförderprogramm fortführen. Dafür bedarf es einer Einigung des Bundes mit allen Ländern im Rahmen eines BLK-Verfahrens. Ein neues Förderprogramm wird es jedoch nur geben, wenn alle Länder eine entsprechende BLK-Vereinbarung unterzeichnen. Eine weitere Vorgriffförderung (also eine Förderung, ohne schriftliche Zustimmung aller Länder) kommt nicht in Betracht. Geplant ist, im Sommer mit dem neuen Programm zu starten.

Bislang wurden Fördermittel des Bundes für 933 Stellen an 65 Universitäten bewilligt. Bis Ende 2003 gab es an den niedersächsischen Hochschulen mit 158 Stellen die meisten Bewilligungen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 119 Stellen und Berlin mit 106 Stellen. Von den Juniorprofessorinnen und -professoren kamen rund jeder Siebte aus dem Ausland, viele davon waren deutsche Rückkehrer. Der Frauenanteil lag in 2003 bei rund einem Drittel.

  • H??rsaal
    Bildung

    Studie zur Juniorprofessur

    Die Juniorprofessur trifft bei den Nachwuchswissenschaftlern auf breite Zustimmung. In der aktuellen Studie „Zwei Jahre Juniorprofessur, Analysen und Empfehlungen“ äußerten sich über 91 Prozent der befragten Juniorprofessorinnen und -professoren zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Situation. Für diese Einschätzung sind insbesondere die frühe Selbstständigkeit und die hohe Eigenverantwortung ausschlaggebend.
    [mehr…] (URL: http://www.bmbf.de/de/2913.php)