SINUS, ChiK und PiKo: Verbesserung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts

Bildung

Mathematik und die Naturwissenschaften gelten als schwere Unterrichtsfächer. Im internationalen Vergleich sind die Ergebnisse unserer Schülerinnen und Schüler mittelmäßig, in Mathematik im unteren Bereich. Dabei gibt es Materialien und Beispiele für guten Unterricht. Um die Ergebnisse des SINUS-Programms zur Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts flächendeckend in alle Schulen zu bringen, haben Bund und Länder deshalb ein Transferprogramm zur Umsetzung gestartet. Das BMBF fördert daneben weitere Projekte zur Verbesserung des naturwissenschaftlichen Unterrichts.


Mit der zentralen Abschlussveranstaltung am 29.04.2003 wurde nach fünfjähriger Laufzeit (1998 – 2003) das BLK-Modellversuchsprogramm „Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts (SINUS)“ beendet.

15 Länder hatten sich beteiligt. Die Federführung hatte Schleswig-Holstein übernommen, und als Projektträger fungierte das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) an der Universität Kiel (Projektleitung Prof. Dr. Manfred Prenzel). Als Subkontraktor arbeitete das Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung (ISB), München, das wiederum im Bereich der mathematikdidaktischen Betreuung mit dem Lehrstuhl für Mathematik und ihre Didaktik an der Universität Bayreuth kooperierte.

Insgesamt nahmen 180 Schulen teil. Jeweils sechs Schulen arbeiteten in einem lokalen Netzwerk (einem Schulset) zusammen, wobei jeweils eine der Schulen eine hervorgehobene Position als ‚Pilotschule‘ übernahm. Bundesweit konstituierten sich insgesamt 30 solcher Schulsets. Im Durchschnitt waren pro Schule etwa fünf Lehrkräfte aktiv am Programm beteiligt.
Der Lenkungsausschuss wurde von Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Länder gebildet. Im wissenschaftlichen Beirat hatte Prof. Dr. Jürgen Baumert den Vorsitz.

Das SINUS-Transfer-Programm ist am 01. August 2003 gestartet. An ihm beteiligen sich 13 Länder (außer Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen) mit 734 Schulen in der ersten zweijährigen Welle. Bund und Länder stellen dafür ca. 10 Mio. € zur Verfügung.

Die Aufgabe der nationalen Programmkoordination hat erneut das Land Schleswig-Holstein übernommen. Das Programmmanagement und die wissenschaftliche Begleitung (Programmträger) übertrug das Land Schleswig-Holstein einer Arbeitseinheit des Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) der Universität Kiel unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Prenzel. Das ISB München wird in die Programmträgerschaft als Subkontraktor mit einbezogen. Der Programmträger richtet eine für alle beteiligten Länder und Schulen zuständige Stelle für das Programmmanagement ein.
An einer zweiten Transferwelle, die für den Zeitraum 2005 bis 2007 geplant ist, werden dann voraussichtlich mehrere tausend Schulen teilnehmen. Auch hier wird der Bund sich finanziell beteiligen.

Das BMBF fördert darüber hinaus auch andere Projekte, deren Hauptanliegen darin besteht, das naturwissenschaftliche Interesse von Kindern und Jugendlichen zu fördern und die Qualität von Unterricht nachhaltig zu verbessern.

Chemie im Kontext (ChiK) ist ein im Zeitraum 2002 bis 2005 vom BMBF finanziertes Forschungsprojekt. Hierbei geht es um die Einführung und Umsetzung einer innovativen Unterrichtskonzeption. Verfolgt werden drei wesentliche Ziele:

. Ausarbeitung und Realisierung einer Implementationsstrategie
. Evaluation der Implementationsstrategie und der Unterrichtskonzeption
. Empirische Untersuchung fördernder und hemmender Implementationsbedingungen.

Das Projekt wird unter der Leitung des IPN in Kiel in Kooperation mit der Universität Dortmund und der Universität des Saarlandes realisiert. Schulsets in zwölf Bundesländern beteiligen sich.

Das Projekt Physik im Kontext (PiKo) wird vom BMBF für den Zeitraum 2003 bis 2006 finanziell gefördert und von einer Projektgruppe unter Federführung des IPN Kiel umgesetzt. Entwickelt, erprobt und evaluiert werden innovative Unterrichtskonzeptionen für unterschiedliche Schulstufen im Rahmen von kontextbasierten Zugängen zur Physik und zu modernen Technologien. PiKo will vor allem die Aufgeschlossenheit von Schülerinnen und Schülern gegenüber physikalischen und technischen Fragestellungen steigern und reagiert mit praxisorientierter Projektarbeit auf die Ergebnisse von Studien wie TIMSS und PISA. Voraussichtlich acht Bundesländer beteiligen sich mit jeweils ein bis zwei Schulsets an dem Projekt.