Prävention

Forschung

Der Volksmund scheint es zu wissen: Vorbeugung ist die beste Medizin. Warum und in welchem Maße Prävention hilft, die Gesundheit und Lebensqualität des Menschen zu verbessern, soll ein neues Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung herausfinden.


Aufgrund sich verändernder Lebensbedingungen ist eine deutliche Zunahme von chronischen Erkrankungen wie Diabetes, degenerativen Muskel- und Skeletterkrankungen und psychischen Störungen festzustellen.

Das Auftreten und der Verlauf chronischer Krankheiten ist stark vom persönlichen Verhalten sowie von Fehlanreizen und gesundheitlichen Belastungen aus der sozialen und physischen Umwelt abhängig. Verhalten kann oft nicht unabhängig von der Lebensweise, die wiederum stark mit den Lebensverhältnissen verbunden ist, verändert werden. Diese Einsicht hat dazu geführt, dass mit dem Gesundheitsreformgesetz die primäre Prävention wieder verstärkt als Aufgabe der gesetzlichen Krankenkassen etabliert wurde.

Der Förderschwerpunkt „Präventionsforschung“ ist Teil des vom BMBF initiierten Futur-Prozesses. In Futur haben Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen (NGO) sowie Querdenker und Nachwuchskräfte zukünftige Forschungsfelder identifiziert. „Ein Leben lang gesund und vital durch Prävention“ war eines der vier empfohlenen Themen.

Ziel von Prävention und Gesundheitsförderung ist es unter anderem, die Eigenverantwortung der Bevölkerung zu steigern, Frühverrentungen zu vermeiden und die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter zu erhalten und zu stärken. Prävention soll daher als vierte Säule im Gesundheitswesen fest verankert werden. Es mangelt jedoch an qualitätsgesicherten und zielgruppenorientierten Maßnahmen.
Die Entwicklung von Instrumenten, Methodiken und innovativen Konzepten zur Evaluation und Qualitätssicherung von Maßnahmen der primären Prävention und Gesundheitsförderung ist dringend notwendig. Sie soll im Rahmen eines neuen Förderschwerpunktes, der im Oktober 2003 ausgeschrieben wurde, gefördert werden.

Es ist vorgesehen, Maßnahmen und Projekte zu fördern, die einen Beitrag zur Verringerung sozial ungleich verteilter Gesundheitschancen liefern und die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen sowie des mittleren Erwachsenenalters berücksichtigen. Zur Durchführung der Maßnahmen ist eine enge Kooperation zwischen der Wissenschaft und den Anbietern von Maßnahmen der primären Prävention und Gesundheitsförderung erforderlich. Neben der zielgruppenspezifischen Konzeption von Programmen sollen unter anderem auch Methodiken zur Bestimmung der Effektivität und Effizienz von Präventionsmaßnahmen entwickelt und überprüft werden und der Förderschwerpunkt somit zur Qualitätssicherung der primären Prävention und Gesundheitsförderung beitragen.