Bildungsstandards und deren Evaluation

In den bei PISA erfolgreichen Staaten ist Evaluation selbstverständlich. Dabei werden Ziele für Fertigkeiten und Fähigkeiten aller Schülerinnen und Schüler einer Jahrgangsstufe verbindlich festgelegt. Die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems wird dann daran gemessen, in welchem Umfang diese Ziele erreicht wurden.


Eine der Ursachen für die Zweitklassigkeit der deutschen Ergebnisse im internationalen PISA-Vergleich und für das Auseinanderdriften des deutschen Schulsystems sind fehlende bundesweit geltende Bildungs- und Leistungsstandards. Die erfolgreichen Staaten zeigen, dass eine zielgerichtete Qualitätsentwicklung des Bildungswesens nationale Maßstäbe erfordert. Deshalb brauchen wir länderübergreifend verbindliche Festlegungen von Zielen z.B. in Bezug auf die Fertigkeiten und Fähigkeiten, die alle Schülerinnen und Schüler zu bestimmten Zeitpunkten des Bildungsweges erworben haben sollen. Eine bloße Aufstellung von Leistungsstandards wird das Problem nicht lösen.

Um belastbare Aussagen über seine Leistungsfähigkeit zu erhalten, muss das deutsche Bildungssystem regelmäßig evaluiert werden: In den bei PISA erfolgreichen Staaten ist Evaluation seit Jahren selbstverständlich. Evaluation in diesem Sinne prüft die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems, nicht den individuellen Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler oder die Lehrtätigkeit der Lehrerinnen und Lehrer. Die Evaluation des Bildungssystems in Deutschland muss von einer unabhängigen Evaluationsagentur durchgeführt werden, weil nur Unabhängigkeit objektive Durchführung und Ergebnisse gewährleistet. Evaluation macht nur Sinn, wenn die Daten zwar differenziert nach Ländern erhoben, aber länderübergreifend zusammengefasst und verglichen werden.