Ganztagsschulen – das Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung"

Bildung

Mit dem Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ unterstützt die Bundesregierung die Länder beim flächendeckenden Auf- und Ausbau des schulischen Ganztagsangebots. Das Investitionsprogramm ist der erste Schritt auf dem Weg zur notwendigen Bildungsreform, die Bund und Länder gemeinsam tragen. Bis zum Stichtag 30. Juni haben die Länder ihre Vorhaben vorgelegt. Mit den bereits im Jahr 2003 geförderten Schulen werden in diesem Jahr insgesamt bereits rund 3.000 Schulen von den IZBB-Mittel profitieren. Zu Ganztagsschulen fand am 12.12.2004 in 30 Kinos eine kostenlose Vorführung des Films „Treibhäuser der Zukunft“ statt.


Am 28. Juni 2004 eröffnete die 1000ste mit Mitteln des Bundes geförderten Ganztagsschule in Duisburg. Ein Jahr nach Unterzeichnung der  Vereinbarung zum Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ zwischen Bund und Ländern ist Ausbau der Ganztagsschulen zu einem gelungenen Gemeinschaftsprojekt geworden. Das Land finanziert nötiges zusätzliches Personal im Ganztagsbetrieb, die Bundesregierung finanziert die Investitionen für eine attraktive Ganztagsschule. Alle Länder haben ihre neuen Vorhaben bis zum 30. Juni 2004 angemeldet. Für dieses Jahr wurden Vorhabenanmeldungen für insgesamt 2.808 Schulen vorgelegt. Mit den bereits laufenden Vorhaben werden damit bereits rund 3.000 Schulen gefördert. Die Ländervorhaben sind auf der Länderübersicht zu finden.

Unterstützung bei der inhaltichen Neuausrichtung

Der Bund unterstützt die Umsetzung des Ganztagsschulprogramms auch inhaltlich. In Abstimmung mit den Ländern und in Kooperation mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung werden ab Herbst dieses Jahres Angebote für die Arbeit in Ganztagsschulen etwa durch die Aufarbeitung guter Beispiele, Beratungsangebote und Begleitforschung zur Verfügung gestellt.  Den Auftakt dieses Begleitprogramms bildete ein bundesweiter Kongress am 17. und 18. September 2004 in Berlin.

Wie eine Ganztagsschule heute ausgestaltet werden kann, zeigt der Film „Treibhäuser der Zukunft – Wie in Deutschland Schulen gelingen“ von Reinhard Kahl. Der Film dokumentiert gelungene Beispiele aus deutschen Ganztagsschulen. Mit den pädagogischen Erfahrungen und Einschätzungen von Lehrerinnen und Lehrern, Eltern, Schülerinnen und Schülern möchte der Film Anregungen und Impulse für die Gestaltung von Ganztagsschule und die Veränderung von Schule geben. Der Film ist in Kooperation mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung im Rahmen des Begleitprogramms „Ideen für mehr – Ganztägig lernen“ entstanden.

Treibhäuser der Zukunft

Am Sonntag, den 12. Dezember 2004 um 12:30 Uhr fand in 30 CinemaxX-Kinos deutschlandweit eine kostenlose Vorführung des Films „Treibhäuser der Zukunft“ statt.  Zusammen mit dem ARCHIV DER ZUKUNFT der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung sowie der CinemaxX AG bot der Verein Bildungscent e.V. den Film kostenfrei an. Interessierte hatten die Möglichkeit, sich über die Homepage von Bildungscent e.V zur Filmvorführung anzumelden.

Das Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“

Am 12. Mai 2003 wurde gemeinsam von Bund und Ländern die Verwaltungsvereinbarung  zum Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ unterzeichnet. Damit stellt der Bund den Ländern bis zum Jahr 2007 insgesamt 4 Mrd. € für den Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen zur Verfügung. Damit soll ein bedarfsgerechtes Angebot an Ganztagsschulen in ganz Deutschland geschaffen werden.

Im internationalen Vergleich befindet sich Deutschland mit seinem Schulsystem, das fast ausschließlich auf Halbtagsschulen baut, in einer Sonderrolle. Im europäischen und außereuropäischen Ausland sind Ganztagsschulen so verbreitet, dass es dafür keinen eigenen Begriff gibt. Dort bedeutet „Schule“ ganz selbstverständlich, dass Schülerinnen und Schüler auch am Nachmittag unterrichtet und betreut werden.

Wenn es nach der deutlichen Mehrheit der Deutschen geht, dann kann es mit dem Ausbau von Ganztagsschulen gar nicht schnell genug gehen. So lässt sich das Ergebnis einer vom BMBF in Auftrag gegebenen aktuellen Umfrage von Forsa deuten. Fast 80% (79%) der über 1.000 repräsentativ befragten Bundesbürger sprechen sich danach für die flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen aus.

Ganztagsschulen bieten mehr Zeit und ermöglichen eine individuelle Förderung. Ganztagsschulen bieten durch ihr mehr an Zeit bessere Voraussetzungen für zentrale Anforderungen an unser Schulsystem. Sie ermöglichen eine individuelle Förderung, die auf die unterschiedlichen Stärken, Interessen und Voraussetzungen des einzelnen Kindes eingeht. Ganztagsschulen helfen Eltern dabei, Familie und Beruf zu vereinbaren und entsprechen damit besser den heutigen Bedürfnissen vieler Eltern.

Im Rahmen des Ganztagsschul-Programms ist Raum für pädagogische Konzepte, die sich an den jeweiligen Bedingungen und Bedürfnissen vor Ort orientieren. In allen Ländern werden neue Ganztagsschulen eingerichtet. Für alle interessierten Schulen lautet die Herausforderung der nächsten Jahre, den mit dem Investitionsprogramm angestoßenen Prozess zu nutzen, neue pädagogische Konzepte umzusetzen sowie bestehende weiterzuentwickeln. Daran sollen sich alle Betroffenen wie Eltern, Schülerinnen und Schüler, Schulleitungen, Lehrkräfte und außerschulische Partner beteiligen.

Ganztagsschulen vor Ort

Am 27. August besuchten Bundesministerin Bulmahn und Kultusminister Reiche drei Ganztagsschulen in Brandenburg. Das Land wird die für 2004 zur Verfügung stehenden Bundesmittel in Höhe von 32 Millionen Euro voraussichtlich in voller Höhe in neue Ganztagsschulangebote investieren.

Die Informationsreise begann in der Waldhofschule Templin, wo mit den Mittel des Investitionsprogramms ein Erweiterungsbau entstand. In der Schule werden die Schülerinnen und Schüler ihrem individuellen Lern- und Entwicklungsplan entsprechend dem Bildungsgang der Grundschule, dem Bildungsgang der allgemeinen Förderschule oder dem für Schüler mit Beeinträchtigungen in der geistigen Entwicklung unterrichtet.

Zweite Station der Informationsreise war die Albert-Schweitzer-Gesamtschule in Hennigsdorf bei Berlin, in der mit der Bundesförderung das Schulgebäude für den Ganztagsbetrieb saniert wird. Die dritte Schule auf der Reise war die Grundschule Velten-Süd. Hier wurden mit den Fördermitteln Bühnenteile und eine Videowerkstatt angeschafft, die Schülerbibliothek ausgestattet und kleinere Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.

Pädagogische Konzepte, Ideen und Projekte für die aktive Beteiligung von Schüler- und Elternschaft  wurden am 22. November 2004 auf der länderübergreifenden Fachtagung „Zeit für Engagement!“ in Weilburg präsentiert. Die Tagung fand im Rahmen des BMBF-Begleitprogramms zur Ganztagsschulinitiative statt und wurde gemeinsam ausgerichtet von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, dem Hessischen Landesinstitut für Pädagogik sowie dem Institut für schulische Fortbildung und schulpsychologische Beratung des Landes Rheinland-Pfalz.


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