Ernährungsforschung

Forschung

Die Deutschen essen nicht nur zu fett, zu süß und zu salzig, sondern vor allem auch zu viel. Die Folge: Rund ein Drittel aller Kosten im Gesundheitswesen werden durch Krankheiten verursacht, die auf Fehlernährung zurückgeführt werden können. Neue Erkenntnisse zur Verhinderung ernährungsbedingter Erkrankungen und die positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufs sowie die Prävention von chronischen Erkrankungen durch die Entwicklung neuartiger Lebensmittel stehen im Mittelpunkt von zwei großen Forschungsschwerpunkten des BMBF.


Nach offiziellen Studien essen die Deutschen nicht nur zu fett, zu süß und zu salzig, sondern vor allem auch zu viel. Die Folge: Etwa 50% der Erwachsenen haben Übergewicht. Rund ein Drittel aller Kosten im Gesundheitswesen werden durch Krankheiten verursacht, die auf Fehlernährung zurückgeführt werden können. Deren Kennzeichen sind vielgestaltig und äußern sich bei jedem Menschen unterschiedlich. Auch bei der Entstehung bzw. Prävention von Krebserkrankungen wird der Ernährung eine wesentliche Bedeutung beigemessen.

Das BMBF fördert die Ernährungsforschung in zwei großen Schwerpunkten.

Im März 2002 sind drei Kompetenznetzwerke der molekularen Ernährungsforschung gestartet. Sie suchen neue Erkenntnisse über die Verhinderung ernährungsbedingter und -mitbedingter Erkrankungen und über die positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufs. Bio- und gentechnische Methoden bieten Möglichkeiten, die komplexen Wirkungszusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit sowie auftretende individuelle Unterschiede auf molekularer Ebene zu klären. Ziel der Förderung des BMBF ist es, neben gesicherten Erkenntnissen zu gesundheitlichen Wirkungen der Ernährung auch bestehende Defizite in der Struktur der Forschungslandschaft langfristig zu beseitigen. Deshalb werden Netzwerke gefördert und an den Universitäten zusätzliche Professorenstellen und Arbeitsgruppen eingerichtet, die über den Förderzeitraum hinaus Bestand haben sollen. Die Förderung der Netzwerke der molekularen Ernährungsforschung ist für sieben Jahre vorgesehen. Für die ersten drei Jahre stehen rund zehn Mio. € zur Verfügung.

Die im Oktober 1999 begonnene Leitprojektinitiative „Ernährung – Moderne Verfahren der Lebensmittelerzeugung“ führt mittels innovativer interdisziplinärer Forschungskonzeptionen und enger Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zur Entwicklung neuartiger Lebensmittel. Durch Anreicherung oder Elimination bestimmter biologisch aktiver Inhaltsstoffe soll deren funktionelle Qualität im Hinblick auf die Prävention chronisch verlaufender ernährungsabhängiger Krankheiten (beispielsweise bestimmte Krebsarten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen), und zwar bei normalem Verzehr und üblichen Essgewohnheiten, verbessert werden. Darüber hinaus wird der kontrovers und emotional geführte Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Verbrauchern und Politik zu neuartigen Lebensmitteln angeregt und versachlicht, indem die unmittelbaren Nutzeffekte der Grünen Biotechnologie für die Verbraucher aufgezeigt werden. Drei Modellprojekte werden vom BMBF bis 2004 im Rahmen dieser Leitprojektinitiative mit insgesamt 24 Mio. € gefördert.